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Lesung | Oltrelinguae

JUGENDLICHE IDENTITÄT UND DIE NICHT-ORTE DER MIGRATION| Julya Rabinowich

JUGENDLICHE IDENTITÄT UND DIE NICHT-ORTE DER MIGRATION| Julya Rabinowich

12. Mai 2026 | 18:00
Roma – Libreria Zalib, Via della Penitenza 35
Eintritt: Link im Text

Die österreichische Schriftstellerin Julya Rabinowich wird von der Universität Roma Tre eingeladen, aus ihren jüngsten Werken zu lesen und mit dem Publikum über ihre Romane und ihre Arbeitsweise zu diskutieren. Die Lesung findet im Rahmen von Oltrelinguae, curatiert von den ProfessorInnen Michele Vangi und Laura Piccolo.

Moderation und Übersetzung: Michele Vangi und Ute Weidenhiller

Flyer

Bereits in ihrem ersten Roman (Spaltkopf, 2008) thematisiert Julya Rabinowich den Identitätskonflikt jener Menschen, die Flucht und Migration erfahren.

Dabei ist es nicht nur ihre eigene Lebenserfahrung als russisch-jüdisches Mädchen, das gemeinsam mit seiner Familie die Sowjetunion verlässt und nach Österreich übersiedelt, sondern auch und vor allem ihre spätere berufliche Tätigkeit als Dolmetscherin in einem Flüchtlingszentrum, die die Fähigkeit der Autorin schärft, die mühsame Herausbildung einer Identität in einem Ankunftsland zu beobachten und zu beschreiben, in dem man sich oft unerwünscht fühlt.

Während der psychotherapeutischen Sitzungen in Flüchtlingszentren beobachtet Rabinowich, dass Männer dazu neigen, sich in eine ihnen sehr vertraute Welt zurückzuziehen – die ihrer Vergangenheit, die typischerweise patriarchal geprägt ist –, während Frauen deutlich flexibler sind und sich stärker an Neues anpassen. Sie beginnen früher, die Sprache zu lernen, akzeptieren die Gesetze und die Gepflogenheiten des neuen kulturellen und sprachlichen Kontexts. Das patriarchale Erbe der Herkunftsgesellschaften führt daher zu Brüchen innerhalb der Familien selbst.

Diese zerrissenen Welten, schwebend in Nicht-Orten zwischen Vergangenheit und Zukunft, schildert Rabinowich in drei Romanen, die in italienischer Übersetzung beim Verlag Besa Muci erschienen sind. Die Protagonistin Madina ist ein Mädchen auf der Flucht aus einem vom Krieg gezeichneten Land, das gemeinsam mit ihrer Familie nach Wien kommt.

Von Anfang an muss Madina die Kunst der Vermittlung all dessen erlernen, was neu ist und vor allem innerhalb der Familie (neu) ausgehandelt werden muss: die Sprache, die Gewohnheiten, die Beziehungen, die Träume, die Freundschaft und auch die Liebe.

 

Julya Rabinowich, 1970 in Sankt Petersburg geboren, ist Malerin, Dramatikerin und Schriftstellerin. In ihrer Kindheit emigriert sie mit ihrer Familie nach Wien, wo sie Translationswissenschaften sowie Angewandte Kunst studiert.Dazwischen: Ich, ihr erster Jugendroman, erzählt die Geschichte der fünfzehnjährigen Madina auf der Flucht vor dem Krieg. Das 2016 im Hanser Verlag erschienene Buch wurde mit dem Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreis, mit dem Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis sowie mit dem Friedrich-Gerstäcker-Preis ausgezeichnet.

2022 folgten Dazwischen: Wir und 2023 Der Geruch von Ruß und Rosen, jeweils der zweite und der dritte Teil folgte der Madina-Trilogi. Rabinowichs jüngster Roman Mo und Moritz (Hanser, 2026) erzählt eine queere Liebesgeschichte zwischen einem Jugendlichen muslimischer Herkunft und einem Jugendlichen jüdischer Herkunft im Wien der Gegenwart.

 

Praktische Infos

Link Anmeldung: 12/05 h. 18:00 | Julya Rabinowich Identità adolescente e i non-luoghi della migrazione