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ELISA SPRINGER Il silenzio eloquente della memoria

ELISA SPRINGER Il silenzio eloquente della memoria

25. Januar 2023 - 17. Februar 2023
Rom – Kulturforum, Viale Bruno Buozzi 113
Eintritt frei

Elisa Springer (1918 Wien – 2004 Matera) berichtete bis zu ihrem Tod 2004 unermüdlich an italienischen Schulen über ihre Verfolgung durch das Naziregime: Geboren 1918 in Wien, überlebte sie den Holocaust unter anderem dank einer Scheinehe mit einem italienischen Staatsbürger.
Die Ausstellung, die bis 17. Februar 2023 (Mo-Fr, jeweils 9.00-17.00) am Kulturforum Rom zu sehen ist, wurde in Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Museum Wien und der Fondazione Elisa Springer A-24020 erstellt.

Elisa Springer wurde in eine bürgerliche jüdische Familie als Tochter von Sidonia (geb. Bauer) und Richard Springer geboren und wuchs in der Strozzigasse in Wien auf. Ihr Vater und sein Schwager waren Eigentümer eines Textilgeschäfts in der Innenstadt. 1938 erlangte Elisa die Lehrbefähigung für Englisch. Nach dem sogenannten „Anschluss“ wurde das Geschäft ihres Vaters enteignet, er selbst verhaftet und noch im selben Jahr im KZ Buchenwald ermordet. Elisa Springer und ihre Mutter wurden aus der Wohnung vertrieben. Sidonia Springer konnte zu Verwandten nach Budapest fliehen, doch ihre Spur verliert sich 1944.
Durch ihre 1939 mit dem Italiener Eliezer Joseph Alfassa geschlossene Ehe war Elisa Springer italienische Staatsbürgerin geworden. Ab 1940 lebte sie in Mailand und arbeitete als Übersetzerin. Sie wurde jedoch verraten, als „Spionin“ verhaftet und misshandelt. Über Verona wurde sie im August 1944 in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert und im Oktober 1944  ins Lager Bergen-Belsen überstellt. Elisa Springer erlebte abgemagert und an Flecktyphus erkrankt das Kriegsende und die Befreiung. Nach dem Krieg kam sie noch kurz ins zerstörte Wien und kehrte 1946 endgültig nach Italien zurück. Ihr weiteres Leben verbrachte sie in Apulien.

Erst im Alter von 68 Jahren war sie in der Lage, ihrem einzigen Sohn Silvio von den traumatischen Erlebnissen zu erzählen. Er ermutigte sie, ihre Erinnerungen niederzuschreiben. 1997 erschien „Il silenzio dei vivi, all’ombra di Auschwitz, un racconto di morte e di resurrezione“ (dt. „Das Schweigen der Lebenden. Im Schatten von Auschwitz, eine Erzählung von Tod und Auferstehung“). In der Folge trat sie auch als Zeitzeugin in Schulen auf. Elisa Springer versuchte außerdem, das Andenken an ihren Großvater, den Komponisten Elkan Bauer, der 1942 im Alter von 90 Jahren im Konzentrationslager Theresienstadt ums Leben kam, zu bewahren. So wurden im Mai 1999 zwei Walzer von Elkan Bauer in Lecce aufgeführt. Am 10. Dezember 2002 verlieh die Stadt Matera Elisa Springer die Ehrenbürgerwürde. In dieser süditalienischen Stadt ist die „Fondazione Elisa Springer A-24020“ untergebracht, die das persönliche Archiv der Holocaustüberlebenden verwaltet und den „Internationalen Elisa Springer-Preis“ vergibt.