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Ausstellung

DIE PFLANZE. DAS GEDÄCHTNIS UND WIR. | Ruth Mateus-Berr

DIE PFLANZE. DAS GEDÄCHTNIS UND WIR. | Ruth Mateus-Berr

25. März 2026 - 17. April 2026
Roma – FORUM AUSTRIACO DI CULTURA ROMA, Viale Bruno Buozzi 113
Eintritt frei

Die Ausstellung „Die Pflanze. Das Gedächtnis und wir. Verhandlungstaktiken für einen Frieden auf dieser Welt“ zeigt postkonzeptuell gestaltete Ölgemälde und Zeichnungen von Pflanzen, die durch Klimawandel vom Aussterben bedroht sind.

Sie weisen auf das Ungleichgewicht und das Chaos in dieser Welt hin und argumentieren für eine Orientierung an Problemlösungstaktiken von Pflanzen für den Frieden.

Florilegien sind Blumenbücher, die im Zuge des Forschungs- und Entdeckungsdrangs im 15. und 16. Jahrhundert entstanden sind und eine Verbindung zwischen naturhistorischer Illustration und Stillleben darstellen. Sie dienten als eine Art Vorlage und ebneten den Weg für detailreiche Gemälde, die sich später als Blumenstücke oder Blumenstillleben fest in der Kunst etablierten. Diese Florilegien sowie weitere Abbildungen gefährdeter Pflanzen aus Italien, Österreich, Deutschland, Großbritannien und Portugal, dienten Ruth Mateus-Berr als Vorlage für Stillleben. Der Farbwechsel der Blätter, der normalerweise im Herbst oder beim Verwelken der Pflanzen auftritt, wird durch den Farbkontrast in den Gemälden betont. Gefährdete Pflanzen stehen zwar noch aufrecht in der Vase, aber ihre Farbe weist auf die drohende Gefahr hin. So zeigen diese Vanitas-Stillleben (aus dem Niederländischen: stil = bewegungslos und leven = Leben) die Vergänglichkeit des irdischen Lebens, indem sie die bedrohten Pflanzen in ihrer sterbenden Farbe zeigen und uns daran erinnern, „des Todes zu gedenken” und auf das zu achten, was bald sterben könnte, nämlich gefährdete Pflanzen. Sie rufen den Betrachter dazu auf, die Natur zu schützen und sich für die Artenvielfalt einzusetzen. Ursprünglich war die Entwicklung dieser Kunstform maßgeblich von historischen Umständen geprägt; Ruth Mateus-Berrs konzeptuelle Malerei ist heute von klimabedingten Umweltveränderungen bestimmt.

Pflanzen verfügen über ein ausgetüfteltes System der Kommunikation in Form von ‚demokratischen‘ Problemlösungsverfahren in ihren Wurzelspitzen, die zwar wie ein Chaos anmuten möchten – jedoch hoch koordiniert und zielstrebig, wie Neuronen menschlicher Gehirne miteinander in hervorragendem Austausch stehen.

Ruth Mateus-Berr arbeitet an der Schnittstelle von Kunst, künstlerischer Forschung und visueller Wissensproduktion.
In ihren Pflanzenbildern verbindet sie historische Bildtraditionen mit surrealistischen, symbolischen und erzählerischen Strategien.
Pflanzen erscheinen dabei nicht als Naturdarstellungen, sondern als Trägerinnen von Erinnerung, kulturellem Wissen und relationalen Bedeutungen.

 

Die Ausstellung ist von Montag bis Freitag (9-17 Uhr) bis zum 17. April 2026 öffentlich zugänglich, mit Ausnahme von Feiertagen.